Geschichte

 

uhrenturm1875 In)Der heute unter Denkmalschutz stehende Uhrenturm an der Grafenberger Allee er-
innert als einziges noch stehen gebliebenes Relikt an die Zeit, als Düsseldorf ab
1830 industriell wurde und in den folgenden Jahrzehnten durch Gründung von Industrie-
firmen zu einer Großstadt Haniel&LuegGarten1919aufstieg.

In den Stadtteilen Flingern, Düsselthal, Grafenberg und bald darauf in Oberbilk, Eller, Bilk, Lierenfeld, Holthausen, Gerresheim wuchsen die Fabrikanlagen rasant aus dem Boden, die meisten davon Haniel&LuegSchloemannhallen1945waren Metallfirmen.
Die Firmengründer waren zum Teil belgische Unternehmer, wie noch aus den Namen zu erkennen ist: Haniel und Lueg ca. 1872-74, dann J.P. Piedboeuf, Albert Poensgen, Ferdinand Heye, Hermann August Flender.
Haniel&LuegWaschkaue1910Aus dem Aachener Raum, der Eifel und dem berg ischen Land kamen hinzu:
Fritz Henkel (Henkelwerke), Rheinische Metallwaren und Maschinenfabrik ( Rheinmetall),
Max und Reinhard Mannesmann, die Deutsche Röhrenwerke AG, Ferdinand Jagenberg.

Viele Unternehmer engagierten sich in der Lokalpolitik. Zu nennen wäre hier besonders Heinrich Lueg (1840-1917), Stadtverordneter, Kommerzienrat und Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf. Er war wesentlich an der Erschließeung des Stadtteils Oberkassel beteiligt. (Mitbegründer Rheinischen Bahngesellschaft) Luegallee und Luegplatz sind nach ihm benannt.

Die beiden Weltkriege richteten in Düsseldorf furchtbare Schäden an. Viele
Traditionsfirmen wurden zerstört oder gingen später in anderen Firmen auf. Trotz enormer Aufbauarbeit, besonders nach dem 2. Weltkrieg, war vieles unrettbar verloren.
Es mutet fast wie ein Wunder an, daß der Uhrenturm heute noch steht. Er war
ab 1873 das Torwächterhaus von Haniel und Lueg (einer Maschinenbaufabrik mit eigener Eisengießerei. Hier wurden Maschinen für den vertikalen Vortrieb im Bergbau produziert.
1922 wurden rund 1500 Arbeiter in diesem Werk beschäftigt), und wurde 1902 umgebaut und verschönert. Er erlebte die Übernahme zur Gutehoffnungshütte, überstand den 2. Weltkrieg und den Abbau des Gesamtbetriebes 1960.
Danach wurde er zur Taubenbrutstätte für fast alle Düsseldorfer Tauben.

ABB. Haniel Archiv, Duisburg

DIGITAL CAMERA1994 gelang es, auf Initiative von Politik und Verwaltung der Bezirksvertretung 2, den
Uhrenturm unter Denkmalschutz zu stellen.
Engagiert dabei die Hermann-Harry-Schmitz-Societät (gegr.1990 nach einer
Liebhaberaufführung des grotesken Theatereinakters „Nr. 42“ von Hermann Harry Schmitz).
Ebenso die Baufirma Hoch Tief (Einbau von neuen Türen und Fenstern und weiteren
Baumaterialspenden), die Arbeitsagentur (Finanzierung der Arbeitsbeschaffungs-
maßnahmen=Ausbildungskosten für sechs Jugendliche in der Jugendberufshilfe Düsseldorf.
Über zwei Jahre renovierten die Jugendlichen mit Ihren Lehrern den inneren Teil des Turmes – u.a. wurde ein komplett neues Treppenhaus eingebaut.). Die Firma NPC, steuerte die beiden neuen Turmuhren bei. Die Hermann-Harry-Schmitz-Societät finanzierte die notwendigen technischen, elektronischen und sonstigen Baumaßnahmen, die für den Betrieb einer Veranstaltungsstätte notwendig und vorgeschrieben sind.

Am 01.03.1995 wurde zwischen dem Amt für Immobilienmanagement und der H.H.-Schmitz-Societät ein Nutzungsabkommen auf unbestimmte Zeit geschlossen.
Am 24. Oktober erfolgte die feierliche Übergabe des Uhrenturms und das Hermann-Harry-Schmitz-Institut nahm seine Arbeit auf.
Von April bis Oktober, immer montags von 18.00 bis 20.00 Uhr, wenn alle Museen geschlossen sind, zur Pflege der grotesken Kultur in Düsseldorf.
Das Hermann-Harry-Schmitz-Institut ist das einzige unter den 19 Kulturinstituten in der Stadt Düsseldorf, dass -und dies bewusst(!)- nicht aus öffentlichen Haushalten finanziert wird.

Von April bis Oktober, immer montags von 18.00 bis 20.00 Uhr, wenn alle Museen geschlossen sind, zur Pflege der grotesken Kultur in Düsseldorf.
D.h. – u.a., Ausstellungen von Arbeiten Bildender Künstler, Künstler, die zu ihrer Zeit die Szene bestimmten und dann irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes aus der (Kunst)-Geschichte der Stadt ‘gekippt’ worden sind. (Horst, „Flötchen“ Geldmacher, der mit Günter Grass studierte und musizierte; Franz Witte, (‘Wunderkind’ an der Kunstakademie in den 50er Jahren, (Schöpfer des „Blechtrommelbildes“) oder Hajo Bleckert (Initiator der Zero-Gruppe) und…und …und – oder groteske Missstände in der Düsseldorfer Denkmalpflege (unter Denkmalschutz stehende Hydranten in der Düsseldorfer Hafenanlage, die verrotten oder „abhanden“ gekommen sind).

Darüber hinaus wird auf den oberen Ebenen im Turm eine vom Theatermuseum der Stadt eingerichtete Dauerausstellung zu Leben und Wirken von Hermann Harry Schmitz gezeigt.

Eine quadrophonische Anlage im Turm ermöglicht ebenso Veranstaltungen mit Literatur und Musik. Bei größeren Veranstaltungen (z.B. mit Beikircher, Dittrich, Karasek, Meyer, Steller u.a.) werden die in der Stadt angebotenen Säle in Anspruch genommen.
Gefördert werden auch interessante neue Kulturangebote, wie gerade jetzt die vier Veranstaltungen mit dem neu gegründete ZauberLicht-Theater. Dabei gilt immer, dass sich die Veranstaltungen über die Eintrittspreise „rechnen“ müssen!
Dies ist der HHSS in den bisherigen 24 Jahren auch immer gelungen.

Das Hermann-Harry-Schmitz-Institut zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass

/ es das einzige unter den 19 Kulturinstituten in der Stadt Düsseldorf, das eine
/ finanzielle Förderung aus öffentlichen Haushalten ablehnt;
/ es nur montags (wenn alle anderen Museen der Stadt geschlossen sind) geöffnet hat;
/ sich (wie auch der Malkasten) nicht an der „Nacht der Museen“ beteiligt, weil es grotesk ist, dass in der Werbeweltmetropole Düsseldorf eine Werbeagentur aus Frankfurt die Veranstaltung organisieren „muss“;
/ sich nicht an der art:card Düsseldorf beteiligt,
– stattdessen seine eigene schmitz:card – gleichzeitig Eintrittskarte propagiert;
/ es das einzige Institut ist, das die Eintrittskarte mit einer informativen Cartoon-Biografie über den Namensgeber verbindet.

Die Hermann-Harry-Schmitz-Societät freut sich darüber, dass es in Düsseldorf
inzwischen
/ eine Hermann-Harry-Schmitz-Strasse und
/ ein Hermann-Harry-Schmitz-Weiterbildungskolleg, Abendrealschule
gibt.

Ebenso über:
/ eine Hermann-Harry-Schmitz 58 Cent-Sonderbriefmarke (zum 100. Todestag);
/ einen exklusiven auf 825 Flaschen limitierten „Hermann-Harry-Schmitz Wein 2013“ (zum Stadtjubiläum & “Schmitz-Jahr 2013“);
/ einen aussergewöhnlichen Tagungsraum – die LITERATUR-LATERNE (& „Harry’s Bar“), deren Einrichtung mit freundlicher Unterstützung durch die Jugendberufshilfe Düsseldorf und die Stadtsparkasse Düsseldorf ermöglicht wurde.

UND!!!

SchmitzBTurm Wir möchten nur Künstlern einen Raum – und den auch nur drinnen –  bieten!
Die Societät ist dankbar, wir haben einen  Sponsor, der den Turm von Schmierereien nachhaltig befreit.

p-g

 

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